Wirken Haartransplantationen wirklich? Ein umfassender Leitfaden zu Erfolg, Langlebigkeit und Ergebnissen
Einleitung: Die Kernfrage beantworten – wirken Haartransplantationen?
Beantworten wir die zentrale Frage gleich: Ja, moderne Haartransplantationen sind eine sehr wirksame und oft dauerhafte Lösung gegen Haarausfall. Für die richtige Person können sie lebensverändernd sein und nicht nur einen Haaransatz, sondern auch ein tiefes Selbstvertrauen wiederherstellen. Dieses zuversichtliche „Ja" hat jedoch eine wichtige Nuance: Erfolg ist nicht automatisch. Er ist das Ergebnis eines sorgfältig abgestimmten Zusammenspiels aus dem richtigen Patienten, dem richtigen Spezialisten und der richtigen Technik.
Der Begriff „Haartransplantation" kann Bilder der Vergangenheit hervorrufen – die unnatürlichen, puppenhaften „Haarstöpsel", die in den 1970er- und 80er-Jahren üblich waren. Es ist wichtig zu verstehen, dass die heutigen Verfahren Welten davon entfernt sind. Die Entwicklung der Haarwiederherstellung ist vom Verpflanzen großer, auffälliger Gewebestücke zur sorgfältigen, kunstvollen Platzierung einzelner follikulärer Einheiten übergegangen. Moderne Techniken wie Follicular Unit Extraction (FUE) und direkte Haarimplantation (DHI) ermöglichen es Spezialisten, Ergebnisse zu schaffen, die so natürlich sind, dass sie vom eigenen Haar praktisch nicht zu unterscheiden sind.
Dieser Artikel dient als umfassender Leitfaden, um zu verstehen, was eine Haartransplantation „funktionieren" lässt. Wir entschlüsseln den Begriff Erfolg, gehen über das bloße Haarwachstum hinaus und beleuchten die entscheidenden Faktoren, die Ihr Ergebnis bestimmen. Wir legen einen realistischen Zeitrahmen für die Ergebnisse fest, tauchen in die Wissenschaft hinter der Langlebigkeit ein und geben Ihnen schließlich das Wissen an die Hand, um eine wirklich fundierte Entscheidung zu treffen. Ziel ist es, Unsicherheit durch Klarheit zu ersetzen und Ihnen zu helfen zu verstehen, ob eine Haartransplantation bei Ihnen wirkt.
Erfolg definieren: Was eine „funktionierende" Haartransplantation wirklich bedeutet
Die Wirksamkeit einer Haartransplantation lässt sich nicht an einer einzigen Kennzahl messen. Ein „funktionierender" Eingriff ist eine vielschichtige Leistung, die technische Präzision, ästhetische Kunstfertigkeit, langfristige Beständigkeit und eine deutliche positive Wirkung auf das psychische Wohlbefinden des Patienten umfasst. Wenn diese Elemente zusammenwirken, ist das Ergebnis verändernd.
Ästhetischer und technischer Erfolg
Auf grundlegendster Ebene muss eine erfolgreiche Transplantation bestimmte technische und ästhetische Maßstäbe erfüllen. Das sind die messbaren Kennzeichen eines gut durchgeführten Eingriffs.
Graft-Überlebensrate
Das primäre technische Ziel ist es, sicherzustellen, dass die maximale Zahl der verpflanzten Haarfollikel den Transfer übersteht und am neuen Ort zu wachsen beginnt. Dies wird als Graft-Überlebensrate bezeichnet. Unter idealen Umständen, mit einem erfahrenen Spezialisten und einem gesunden Patienten, können moderne Techniken Überlebensraten von 90 % oder höher erreichen.
Eine erfolgreiche Haartransplantation stellt einen natürlichen, altersgerechten Haaransatz wieder her – ein zentrales Maß für ästhetischen Erfolg.
Natürliches Erscheinungsbild
Ein hohes Graft-Überleben ist bedeutungslos, wenn das Ergebnis unnatürlich aussieht. Das oberste ästhetische Ziel ist eine nicht erkennbare Transplantation. Hier wird die Kunstfertigkeit des Spezialisten entscheidend. Ein erfolgreiches Ergebnis umfasst:
Ein natürlicher Haaransatz: Ein natürlicher Haaransatz entsteht, indem man der Gesichtsmuskelstruktur des Patienten folgt und seine persönlichen Vorlieben berücksichtigt.
Korrekter Winkel und korrekte Richtung: Jeder Haarfollikel muss im genauen Winkel und in der Richtung des umliegenden eigenen Haars eingesetzt werden. So wächst das Haar in einem natürlichen Muster und legt sich korrekt an.
Angemessene Dichte: Der Spezialist muss einen Dichtegradienten schaffen, indem er einzelne Haargrafts ganz vorne am Haaransatz und mehrhaarige Grafts weiter hinten verwendet, um Fülle zu erzeugen, ohne „stöpselartig" zu wirken.
Psychologischer und sozialer Erfolg
Das vielleicht tiefgreifendste Maß dafür, ob eine Haartransplantation „funktioniert", liegt jenseits des Spiegels. Die psychologischen und sozialen Vorteile sind oft die Hauptmotivation der Patienten und ein starker Beleg für die Wirksamkeit des Eingriffs.
Jenseits des Spiegels: veränderte Wahrnehmung
Haarausfall kann das Selbstwertgefühl und die Wahrnehmung durch andere erheblich beeinflussen. Wegweisende Forschung hat die positive soziale Wirkung der Haarwiederherstellung beziffert. Eine bemerkenswerte Studie an der Johns Hopkins University, veröffentlicht in JAMA Facial Plastic Surgery, fand heraus, dass Männer, die sich einer Haartransplantation unterzogen hatten, von beiläufigen Beobachtern als deutlich jünger, attraktiver, erfolgreicher und zugänglicher wahrgenommen wurden als vor dem Eingriff. Im Durchschnitt wurden Männer nach dem Eingriff als 3,6 Jahre jünger eingeschätzt. Das zeigt, dass eine erfolgreiche Transplantation die soziale Wahrnehmung auf messbare Weise positiv verändern kann.
Über die Ästhetik hinaus kann eine erfolgreiche Haartransplantation zu einem deutlichen Zuwachs an Selbstvertrauen und einer positiveren Selbstwahrnehmung führen.
Selbstvertrauen und Lebensqualität
Die innere Veränderung ist ebenso wichtig wie die äußere. Studien zeigen durchweg, dass Haarausfall zu vermindertem Selbstvertrauen und höherer Selbstunsicherheit führen kann. Entsprechend hat eine erfolgreiche Haarwiederherstellung eine starke positive Wirkung. Eine 2023 im Journal of Cosmetic Dermatology veröffentlichte Studie fand heraus, dass Patienten, die sich einer Haartransplantation unterzogen, eine statistisch signifikant höhere Lebensqualität hatten als jene, die dies nicht taten. Wenn sich ein Patient mit seinem Aussehen wohler fühlt, kann das sein Selbstvertrauen in sozialen und beruflichen Situationen neu entfachen – ein Kernbestandteil einer „funktionierenden" Transplantation.
Langlebigkeit und Dauerhaftigkeit
Eine häufige und entscheidende Frage lautet: „Wie lange hält eine Haartransplantation?" Ein wirklich erfolgreicher Eingriff muss ein dauerhaftes Ergebnis liefern.
Das Prinzip der Spenderdominanz
Die wissenschaftliche Grundlage für die Dauerhaftigkeit von Haartransplantationen ist ein Konzept namens „Spenderdominanz". Die androgenetische Alopezie (erblich bedingter Haarausfall) betrifft Haarfollikel, die genetisch empfindlich gegenüber dem Hormon Dihydrotestosteron (DHT) sind. Das Haar am Hinterkopf und an den Seiten (der „Spenderbereich") ist jedoch in der Regel genetisch resistent gegen DHT. Das Prinzip der Spenderdominanz besagt, dass diese resistenten Follikel ihre genetische DHT-Resistenz behalten, wenn sie in einen kahlen Bereich verpflanzt werden. Deshalb gilt verpflanztes Haar als dauerhaft.
Wichtige Erkenntnisse zur Definition von Erfolg
Technischer Erfolg: hohes Graft-Überleben (oft >90 %) und ein Ergebnis, das ästhetisch natürlich und nicht erkennbar ist.
Psychologischer Erfolg: eine messbare Verbesserung der wahrgenommenen Jugendlichkeit und Attraktivität sowie ein deutlicher Zuwachs an persönlichem Selbstvertrauen und Lebensqualität.
Langfristiger Erfolg: Verpflanzte Haare sind aufgrund der „Spenderdominanz" dauerhaft, doch über viele Jahre kann es zu einer gewissen Dichteabnahme kommen, und der Verlust des eigenen Haars kann fortbestehen. Ein erfolgreicher Plan berücksichtigt die Zukunft.
Die entscheidenden Faktoren: Was bestimmt, ob eine Haartransplantation bei IHNEN wirkt?
Auch wenn die Technologie bewährt ist, ist ein erfolgreiches Ergebnis nicht selbstverständlich. Es ist das Ergebnis eines feinen Zusammenspiels von Faktoren – einer Partnerschaft zwischen der Physiologie des Patienten und dem Fachwissen der Klinik. Diese Variablen zu verstehen, ist der wichtigste Schritt auf Ihrem Weg, denn es befähigt Sie, Ihr eigenes Potenzial für ein erfolgreiches Ergebnis einzuschätzen.
Faktor 1: Der Patient – Ihre Eignung ist entscheidend
Die Grundlage jeder erfolgreichen Haartransplantation ist der Patient selbst. Ein seriöser Spezialist führt eine gründliche Beurteilung durch, um Ihre Eignung zu bestimmen, da nicht jeder ein idealer Kandidat ist.
Art und Stabilität des Haarausfalls
Die häufigste und ideale Indikation für eine Haartransplantation ist die androgenetische Alopezie (AGA), auch als erblich bedingter Haarausfall bei Mann oder Frau bekannt. Denn die AGA folgt einem vorhersehbaren Muster und betrifft DHT-empfindliche Follikel, die durch DHT-resistente ersetzt werden können. Entscheidend ist, dass der Haarausfall relativ stabil sein sollte.
Qualität des Spenderbereichs
Der Spenderbereich ist die Bank, aus der das gesamte verpflanzte Haar entnommen wird, und er ist eine begrenzte Ressource. Seine Qualität ist ein primärer Bestimmungsfaktor für das Endergebnis. Wichtige Merkmale sind:
Dichte: Sie bezeichnet die Anzahl der follikulären Einheiten pro Quadratzentimeter (FE/cm²). Ein ausgezeichneter Spenderbereich hat eine Dichte von über 80 FE/cm², während eine Dichte unter 40 FE/cm² als gering gilt und die erreichbare Abdeckung einschränken kann.
Haarstärke: Die Dicke des Haarschafts ist entscheidend. Dickeres, kräftigeres Haar bietet mehr optische Abdeckung als feines Haar, sodass weniger Grafts nötig sind, um Fülle zu erzielen.
Elastizität (bei FUT): Für die Streifenmethode (FUT) ist eine gute Elastizität der Kopfhaut nötig, um den Spenderstreifen zu entnehmen und die Wunde mit minimaler Spannung und Narbenbildung zu verschließen.
Ein Spezialist muss diese begrenzte Ressource sorgfältig verwalten. Zu viele Grafts für einen aggressiven, niedrigen Haaransatz bei einem jungen Patienten zu verwenden, kann den Spendervorrat erschöpfen und keine Optionen für künftigen Haarausfall im Alter lassen.
Alter und realistische Ziele
Auch wenn es kein „perfektes" Alter gibt, sind seriöse Spezialisten bei Patienten Anfang 20 oft vorsichtig. Denn ihr Haarausfallmuster ist noch nicht vollständig etabliert, was die langfristige Planung erschwert. Der wichtigste Faktor ist das Setzen realistischer Erwartungen. Eine Haartransplantation kann eine bemerkenswerte Verbesserung bewirken, aber sie kann nicht die volle Dichte einer jugendlichen Kopfhaut wiederherstellen. Ein erfolgreiches Ergebnis ist eines, bei dem die Ziele des Patienten mit dem übereinstimmen, was angesichts seiner spezifischen Merkmale chirurgisch und künstlerisch möglich ist.
Faktor 2: Der Spezialist – der Künstler und der Techniker
Wenn es eine einzige Variable gibt, die alle anderen überwiegt, dann sind es Können, Erfahrung und Integrität des Spezialisten. Eine Haartransplantation ist nicht nur ein medizinischer Eingriff; sie ist ein Kunstwerk. Der Spezialist muss zugleich ein präziser Techniker und ein versierter Künstler sein.
Die wichtigste Variable
Die Rolle des Spezialisten ist in jedem Schritt von größter Bedeutung:
Planung: Gestaltung eines Haaransatzes, der natürlich und altersgerecht ist und künftigen Haarausfall berücksichtigt.
Entnahme: Gewinnung der Grafts mit minimalem Trauma (Durchtrennung), um ihre Überlebensrate zu maximieren.
Implantation: Anlegen der Empfängerstellen im richtigen Winkel, in der richtigen Richtung und Dichte, um ein nahtloses, natürliches Ergebnis zu gewährleisten.
Der Unterschied zwischen einem durchschnittlichen und einem außergewöhnlichen Ergebnis hängt fast immer von der Hand des Spezialisten ab. Jahrzehnte technologischen Fortschritts bedeuten wenig, wenn der Person, die die Instrumente führt, das nötige Fachwissen fehlt.
Faktor 3: Die Methode – die richtige Technik wählen
Auch wenn der Spezialist wichtiger ist als das Instrument, spielt die verwendete Technik eine bedeutende Rolle für Ergebnis, Heilung und Art der Narbenbildung. Die drei wichtigsten Methoden sind heute FUT, FUE und DHI.
Die DHI-Technik nutzt einen Choi-Implanter-Pen, um Follikel direkt zu setzen, und gibt dem Spezialisten präzise Kontrolle über Tiefe, Winkel und Richtung.
FUT (Follicular Unit Transplantation)
Auch als „Streifenmethode" bekannt, wird bei FUT chirurgisch ein haartragender Hautstreifen aus dem Spenderbereich entnommen. Dieser Streifen wird dann unter Mikroskopen in einzelne follikuläre Einheiten zerlegt, die in den Empfängerbereich eingesetzt werden. Ihr Hauptvorteil ist die Möglichkeit, in einer einzigen Sitzung eine große Zahl von Grafts zu gewinnen, was sie für ausgeprägten Haarausfall geeignet macht. Der Hauptnachteil ist die entstehende lineare Narbe im Spenderbereich, die bei sehr kurzen Frisuren sichtbar sein kann.
FUE (Follicular Unit Extraction)
Bei der FUE entnimmt der Spezialist einzelne follikuläre Einheiten direkt aus dem Spenderbereich mit einem kleinen, kreisförmigen Punch-Instrument. Das hinterlässt winzige, punktförmige Narben, die selbst bei kurzem Haar in der Regel nicht auffallen. FUE ist zeitaufwendiger und technisch anspruchsvoller, hat sich aber wegen der fehlenden linearen Narbe und der allgemein schnelleren Heilung für viele Patienten zur bevorzugten Methode entwickelt.
DHI (direkte Haarimplantation)
DHI oder direkte Haarimplantation ist eine Methode, bei der entnommene Haarfollikel mit einem speziellen, stiftähnlichen Instrument namens Choi-Implanter implantiert werden. Dieses Instrument erlaubt es, die Empfängerstelle anzulegen und den Graft in einer einzigen Bewegung zu setzen. Die Technik ist darauf ausgelegt, Präzision bei Tiefe, Winkel und Richtung der Implantation zu bieten. Anders als bei manchen anderen Methoden erfordert DHI keine vorgefertigten Einschnitte im Empfängerbereich.
Letztlich gibt es keine einzelne „beste" Technik für alle. Die optimale Wahl hängt vom Grad des Haarausfalls, den Spendereigenschaften, dem Lebensstil und den Frisurvorlieben des Patienten ab. Ein guter Spezialist beherrscht mehrere Techniken und empfiehlt diejenige, die am besten zu Ihrem individuellen Fall passt.
Faktor 4: Die Zeit danach – Nachsorge und Lebensstil
Der Weg zu einem erfolgreichen Ergebnis endet nicht, wenn Sie die Klinik verlassen. Die Wochen und Monate nach dem Eingriff sind eine entscheidende Phase, in der das Verhalten des Patienten das Ergebnis erheblich beeinflussen kann. Eine korrekte Nachsorge ist nicht optional; sie ist ein wesentlicher Teil des Prozesses.
Die Verantwortung des Patienten
Die neu verpflanzten Grafts sind in den ersten 7–10 Tagen extrem empfindlich. Die postoperativen Anweisungen der Klinik genau zu befolgen, ist entscheidend, um Ihre Investition zu schützen. Wichtige Anweisungen umfassen in der Regel:
Schonendes Waschen: Verwendung eines verordneten Shampoos und einer sanften Gießtechnik, um die Kopfhaut zu reinigen, ohne Grafts zu lösen.
Schlafposition: In den ersten Nächten mit erhöhtem Kopf schlafen, um Schwellungen zu verringern.
Körperliche Belastung vermeiden: Auf anstrengenden Sport verzichten, der den Blutdruck erhöhen und Blutungen begünstigen kann.
Sonnen- und Umweltschutz: Die Kopfhaut vor direkter Sonne, Staub und anderen Verunreinigungen schützen.
Kein Rauchen oder übermäßiger Alkohol: Beides kann die Blutgefäße verengen und die Durchblutung der Kopfhaut beeinträchtigen, was die Heilung behindert und das Anwachsen der Grafts gefährdet.
Langfristige Wirkung des Lebensstils
Über die unmittelbare Heilungsphase hinaus unterstützt ein gesunder Lebensstil ein optimales Haarwachstum. Eine ausgewogene, vitamin- und proteinreiche Ernährung liefert die Bausteine für gesundes Haar. Auch der Umgang mit Stress ist wichtig, da hoher Stress den Haarwachstumszyklus negativ beeinflussen kann. Ihre täglichen Gewohnheiten spielen eine bedeutende, oft unterschätzte Rolle für die endgültige Qualität und Robustheit Ihres Transplantationsergebnisses.
Der Weg zum Ergebnis: ein realistischer Zeitverlauf der Haartransplantation
Einer der wichtigsten Aspekte einer erfolgreichen Haartransplantation ist das Management der Erwartungen. Das Endergebnis erscheint nicht über Nacht; es ist ein allmählicher Prozess, der sich über ein Jahr oder länger entfaltet. Diesen Zeitverlauf zu verstehen ist entscheidend, um Ängste zu vermeiden und dem Prozess zu vertrauen. Geduld ist unerlässlich.
Die ersten zwei Wochen (Heilung)
Dies ist die primäre Heilungsphase. Unmittelbar nach dem Eingriff ist der Empfängerbereich gerötet, leicht geschwollen und mit winzigen Krusten um jeden eingesetzten Graft bedeckt. Auch der Spenderbereich kann empfindlich sein. In dieser Zeit ist es entscheidend, alle Nachsorgeanweisungen sorgfältig zu befolgen, um die empfindlichen Grafts zu schützen. Rötung und Krusten klingen in der Regel innerhalb von 10 bis 14 Tagen ab, danach sieht die Kopfhaut deutlich „normaler" aus.
Die erste Heilungsphase umfasst Rötung und Krustenbildung, die im Lauf der ersten ein bis zwei Wochen allmählich abklingen, wie dieser FUE-Heilungsverlauf zeigt.
Wochen 2 bis 8 (die „Schockverlust"-Phase)
Dies ist für Patienten oft die beunruhigendste Phase, aber sie ist ein völlig normaler und erwarteter Teil des Prozesses. Zwischen zwei und acht Wochen nach der Operation beginnen die neu verpflanzten Haarschäfte auszufallen. Dieses Phänomen heißt „Schockverlust" oder „Shedding". Es tritt auf, weil das Trauma der Transplantation die Follikel in die Telogen-Phase (Ruhephase) des Haarzyklus eintreten lässt. Wichtig zu wissen: Sie verlieren nur den Haarschaft; der wertvolle Follikel – die „Fabrik", die das Haar produziert – bleibt sicher und ruhend unter der Haut und ist bereit, einen neuen Wachstumszyklus zu beginnen.
Monate 3 bis 6 (neues Wachstum beginnt)
Nach der Schockverlust-Phase beginnt der eigentliche Zauber. Um den dritten Monat herum sehen Sie die ersten Anzeichen neuen Haarwachstums. Anfangs können diese neuen Haare sehr fein, dünn und spärlich sein, fast wie Flaumhaare. Sie können auch unterschiedlich schnell wachsen. Das ist normal. Im Lauf der Monate werden die Haare allmählich dicker, kräftiger und zahlreicher. Bis zum sechsten Monat sehen viele Patienten eine spürbare kosmetische Verbesserung und bekommen ein echtes Gefühl dafür, wie das Endergebnis aussehen wird.
Monate 6 bis 12 (deutliche Verbesserung)
Dies ist die Phase der dramatischsten Veränderung. Das Haar wächst weiter in die Länge und reift – wichtig – an Dicke. Die Dichte des verpflanzten Bereichs nimmt Monat für Monat deutlich zu. Die meisten Patienten sehen den Großteil ihres Ergebnisses – etwa 80 % des Endergebnisses – zwischen sechs und neun Monaten nach dem Eingriff. Bis zur 12-Monats-Marke ist das Ergebnis in der Regel hervorragend und sieht voll und natürlich aus.
Monate 12 bis 18 (das Endergebnis)
Die 12-Monats-Marke ist zwar ein wichtiger Meilenstein, doch das Haar kann bis zu 18 Monate nach der Operation weiter reifen und dicker werden. In dieser letzten Phase erreichen die Haarschäfte ihren maximalen Durchmesser und die Textur stabilisiert sich vollständig, wodurch das absolute Endergebnis des Eingriffs sichtbar wird. An diesem Punkt lässt sich der volle Erfolg der Haartransplantation endgültig beurteilen.
Fazit: Ihre Haartransplantation für Sie zum Erfolg machen
Wirken Haartransplantationen also? Die Belege sind überwältigend klar: Ja, das tun sie. Für den richtigen Kandidaten mit realistischen Erwartungen ist eine moderne, von einem erfahrenen und ethischen Spezialisten durchgeführte Haartransplantation die wirksamste und dauerhafteste Lösung, um Haar und Selbstvertrauen wiederherzustellen. Es ist ein bewährter medizinischer Eingriff, der auf Wissenschaft beruht und durch Kunstfertigkeit veredelt wird.
Erfolg ist keine Glückssache. Er ist ein vorhersehbares Ergebnis, wenn die richtigen Variablen zusammenkommen: ein geeigneter Patient mit stabilem Haarausfall und einem guten Spenderbereich, ein erfahrener Spezialist, der Sicherheit und natürliche Ästhetik priorisiert, eine gut gewählte Technik und eine sorgfältige Nachsorge. Ihre Rolle als Patient besteht darin, sich zu informieren, den Prozess zu verstehen und zu recherchieren, um einen Anbieter zu wählen, der Ihr Partner für das bestmögliche Ergebnis ist.
Die Bedeutung der Beratung
Der wichtigste Schritt, den Sie unternehmen können, ist eine gründliche Beratung mit einem qualifizierten Spezialisten für Haartransplantation. Das ist Ihre Gelegenheit, persönliche Antworten zu erhalten und das Fachwissen und die Integrität der Klinik einzuschätzen. Scheuen Sie sich nicht, detaillierte Fragen zu stellen. Ein hervorragender Spezialist begrüßt sie. Hier ist eine Checkliste wichtiger Fragen, die jeder Patient stellen sollte:
Wichtige Fragen für die Beratung
„Bin ich angesichts meines spezifischen Haarausfallmusters, meines Alters und der Qualität meines Spenderbereichs ein guter Kandidat für eine Haartransplantation – und warum?"
„Welche Technik (FUE, DHI usw.) empfehlen Sie für meinen Fall, und was sind die konkreten Gründe für Ihre Empfehlung?"
„Welche realistischen Erwartungen an Dichte und Abdeckung kann ich erreichen? Können Sie mir an meiner Kopfhaut zeigen, was Sie planen?"
„Können Sie mir ein Portfolio mit Vorher-Nachher-Fotos von Patienten zeigen, die Sie persönlich operiert haben und die ein ähnliches Alter, einen ähnlichen Haartyp und ein ähnliches Haarausfallmuster wie ich haben?"
Eine Klinik zu wählen, die eine umfassende Beratung bietet, transparente Antworten gibt und sicherstellt, dass ein zugelassener Spezialist den Eingriff durchführt, ist der erste und wichtigste Schritt auf Ihrem Weg. Mit diesem fundierten Ansatz können Sie sicherstellen, dass Ihre Haartransplantation nicht nur ein Eingriff ist, sondern eine erfolgreiche, lebensbereichernde Investition in sich selbst.
